Nenngeldobergrenzen auch für Seniorenturniere

Der Hamburger Tennisverband und der Tennisverband Schleswig Holstein haben jetzt auch Nenngeldobergrenzen für Seniorenturniere festgelegt.

Für ein ranglistenrelevantes DTB-Turnier darf künftig im Sommer nicht mehr als 35 € Nenngeld, zzgl. 8 € DTB-Teilnehmerentgelt, erhoben werden. Die Obergrenzen berücksichtigen nicht, dass die Turnierkosten wesentlich von der Turnierdauer abhängig sind. Kosten u.a. für OSR, Platzwarte, Reinigungslräfte und Helfer sowie ggf. für Hallenreservierungen sind bei einem 7-Tagesturnier unstrittig höher, als bei einem 4-Tagesturnier.  

Die Begründung ist u.a., dass durch das DTB-Teilnehmerentgelt die Turniergebühren ohnehin schon sehr hoch geworden sind (man beachte: Beschluss der Verbände!). Außerdem sollen Kosten für Spielerabende o.ä. nicht mit dem Nenngeld erhoben werden.

Die Nationalen Deutschen Meisterschaften für Senioren, ausgerichtet vom DTB,  kosten aktuell 95 € Nenngeld (inkl. Rahmenprogramm). Das teuerste Seniorenturnier im Norden, die Usedom-Open, kosten 72 € Nenngeld (ohne Rahmenprogramm).
Mit 35 € wird man kaum die Kosten eines attraktiven und geselligen Turniers mit vernünftigen Spiegerpreisen decken können.
Die Bevormundung, die m.E. unangemessen ist, da in beiden Verbänden ohnehin keine exorbitanten Nenngelder erhoben wurden, wird möglicherweise dazu führen, dass auch Seniorenturniere künftig ohne Rahmenprogramm “abgewickelt” werden.
Welche Vereine werden noch Turniere ausrichten, wenn nicht dadurch die oft Not leidenden Club-Gastromien eine zusätzliche Einnahmequelle haben und am Ende auch die Vereinskassen kleine Einnahmen verbuchen können?
Der Gnadenstoß wird kommen, wenn ab 2019 die Veranstalter von Senioren-Turnieren auch noch die Kosten für lizenzierte Oberschiedsrichter tragen müssen (Honorar, Fahrtkosten, Verpflegung und ggf. Unterkunft.
Turniere wird es also nur noch geben, wenn zahlungskräftige Sponsoren gewonnen werden können, die den Senioren auch in den untersten Kategorien den Tennis-Spaß finanzieren.
 

2 Antworten auf „Nenngeldobergrenzen auch für Seniorenturniere“

  1. Die Klage über Einschränkung der Nenngelder kann ich aus Sicht des Turnierveranstalters verstehen. Aus Sicht des Spielers hingegen gestaltet es sich anders, das wird gern außer Acht gelassen. Rund 50,- Nenngeld sind für einen durchschnittlichen Spieler mit im Schnitt zu erwartenden 2 Spielen eine Menge Geld, und es bleibt ja u.U. nicht bei einem Turnier. Bei durchschnittlichem Abschneiden und Verbleib auf der Anlage mit Besuch der Gastronomie gehen hier für das Turnier schnell 100,- Euro über den Tisch. Das mag schön für die Gastro sein, die Turnierveranstalter klagen sowieso, die zu finanzierenden “attraktiven Sachpreise” interessieren 95% aller Teilnehmer gar nicht, da sie spielerisch nicht die Qualität haben die vorderen Plätze zu belegen.
    Viel zu oft schon bleiben viele Spieler den Turnieren aufgrund der hohen Nenngelder fern, all zu oft bekommt man selbst für Erstrunden-Partien bereits gespielte Bälle, spätestens in der zweiten Runde werden diese Filzmurmeln standardmäßig verabreicht. Aus Turniersicht alles zu verstehen, aus Sicht des einzelnen Spielers oftmals das hohe Nenngeld nicht wert. Und wenn man dann noch (gerade im Hamburger Umfeld) beobachtet, dass Nebenrunden aufgrund mangelnder Kapazitäten oder Terminnot gestrichen oder gar um Wochen verschoben werden und dann gar nichts mehr mit dem eigentlichen Turnier zu tun haben, wird es peinlich.
    Anhebung der Nenngelder kann aber keinesfalls die Lösung sein, die Turniere werden dann aufgrund mangelnder Meldezahlen aussterben…

    1. Schade, dass du als Autor des Kommentars nicht erkennbar bist. Natürlich hast du aus Sicht des Spielers recht. Ich bitte nur folgendes zu beachten:
      1. Der Hamburger Tennisverband sollte mit der schlechten Turnierorganisation der Verbandsmeisterschaften nicht als Beispiel oder gar als Vorbild herhalten. Natürlich ist es absolut u angemessen für 50€ Nenngeld keine Nebenrunde anzubieten bzw. durchzuführen.
      2. Auch ist es m.E. unmöglich das 1. Spiel mit gebrauchten Bällen durchführen zu lassen. Es gibt auch für die Spieler akzeptable Lösungen, alle Hauptrundenspiele mit neuen Bällen durchzuführen.
      3. Mir sind keine Turniere bekannt, die mangels Anmeldungen (w/hoher Nenngelder) vom Aussterben bedroht sind. Im Gegenteil, Turniere mit hohen Nenngelder (bis zu 160€) laufen über und können z.T. die Anmeldungen nicht mehr annehmen.
      4. Die Ausrichter haben neben dem Ausfall der Plätze für den allg. Spielbetrieb fixe Kosten – je länger das Turnier dauert, um so mehr – und wollen/müssen unter dem Strich auch einen kleinen und angemessenen Ertrag für den Verein erwirtschaften. Warum sollte sonst ein Verein ein Turnier organisieren?
      5. Die Nenngelder waren in den Verbänden, in denen jetzt eine Obergrenze festgelegt wurde, nicht wesentlich über dieser Obergrenze. Motiviert durch die Obergrenze wurden jetzt Turnierausrichter sogar ermuntert, ihre bislang niedrigen Nenngelder zu erhöhen, d.h. an die Obergrenze anzupassen.

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